Rauchen, trotz Diagnose Krebs.

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Magnum

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Hallo liebe Leute -

hier kommen Infos und Fakten bzgl. Krebserkrankung und dem "weiterrauchen".

Manchmal ist im Text auch Fach-Chinesisch, aber in der heutigen Zeit kann man sich jeden Begriff "er-googeln", sofern das Wort unbekannt sein sollte,
oder einfach hier im Forum fragen.
***
Rauchen begünstigt eine Vielzahl von Krankheiten, neben dem Herzinfarkt und Schlaganfall auch mehrere Krebserkrankungen
wie Lungenkrebs, Kehlkopfkrebs und auch Darmkrebs.
In einer großen amerikanischen Studie fanden Wissenschaftler heraus, dass bei Rauchern bösartige Gewebeneubildungen
im Dickdarm mehr als doppelt so häufig auftreten als bei Nichtrauchern.
Wie genau die Inhaltsstoffe aus dem Tabakrauch die Entstehung von Darmkrebs beeinflusst, ist allerdings noch nicht geklärt.
Möglicherweise sind es polyzyklische Kohlenwasserstoffe, die die Erbsubstanz von Zellen schädigen und Krebs auslösen können.

Wer es schafft, mit dem Rauchen aufzuhören, der verringert das Risiko eines weiteren Tumors in der Lunge.

Bei Rauchern, die rechtzeitig vor einer Operation von der Zigarette lassen, treten zudem seltener Komplikationen und Wundheilungsstörungen
auf als bei denen, die trotz Lungenkrebs weiterrauchen. Außerdem verbessert sich die Lungenfunktion,
Atemnot tritt seltener auf. Studien zeigen darüber hinaus, dass Krebsmedikamente bei Nichtrauchern besser wirken.

Das Darmkrebsrisiko z.B., scheint mit der Menge der täglich gerauchten Zigaretten und der Dauer des Rauchens zu steigen.
Auch die Wahrscheinlichkeit, dass sich Darmpolypen, also noch gutartige Schleimhautwucherungen, später in bösartigen Darmkrebs umwandeln,
hängt eng mit der konsumierten Zigarettenmenge zusammen.

Versuchen Sie mit allen Mitteln - lieber heute als morgen - mit dem Rauchen aufzuhören.
Die Mühe lohnt sich: Das Risiko, an Darmkrebs wiederholt zu erkranken, scheint mit jedem rauchfreien Jahr nach und nach wieder zu sinken.


Die Auswirkungen des Rauchens auf die Gesundheit sind natürlich sehr gut bekannt.
Viel weniger untersucht sind die Auswirkungen der Inhaltsstoffe von Rauchwaren auf die Effektivität der Krebstherapie –
obwohl der Raucheranteil unter onkologischen Patienten sehr hoch ist und einige sogar nach der Diagnose weiter rauchen.

Eine systematische Literaturrecherche belegt jedoch, wie sehr das Rauchen die verschiedenen Krebstherapien
(Operation, Bestrahlung, Chemotherapie) nachteilig beeinflusst.

Lebensqualität:
Lungenkrebspatienten, die nach ihrer Diagnose weiterrauchen, zeigen im Vergleich zu Nie- und Exrauchern schlechtere Werte
hinsichtlich Appetit, Müdigkeit, Husten, Dyspnoe, symptomatischem Distress und der allgemeinen Lebensqualität.

Operation:
Rauchen erhöht – neben anderen Faktoren – das Risiko von Lungenkrebspatienten für einen längeren Klinikaufenthalt nach einer Lobektomie:
Sie sterben häufiger an respiratorischen und kardiovaskulären Erkrankungen als Nie- und Exraucher, haben öfter postoperative Komplikationen und ein schlechteres Gesamt- und krebsspezifisches Überleben.

Dies gilt besonders für Patienten, die trotz einer Lungenresektion weiterrauchen.

Ein ähnliches Bild zeigt sich bei Patienten mit Kopf-Hals-Tumoren, die bis zur Operation weiterrauchen.
Sie haben eine deutlich schlechtere Wundheilung als solche, die vor dem Eingriff abstinent wurden.
Insgesamt sprechen Raucher auf viele systemische Therapien von malignen Erkrankungen schlechter an als Nicht- und Exraucher.

Bestrahlung:
Rauchen während der Radiatio von Kopf-Hals-Tumoren verringert das Ansprechen auf die Therapie
und fördert das Fortschreiten der Erkrankung.

Grundsätzlich treten bei Rauchern mehr Komplikationen unter Bestrahlung auf.
Dazu gehören Nebenwirkungen wie Mukositis, Xerostomie, Geschmacksverlust, Gewichtsverlust, Fatigue sowie Osteoradionekrose.

Krankheitsverlauf:
Mehrere Studien weisen darauf hin, dass Rauchen zumindest bei manchen Krebsarten, deren Entstehung durch das Rauchen gefördert wird, das Risiko für Rezidive und Zweittumoren erhöht. So wurde festgestellt, dass Raucher mit Kopf-Hals-Tumoren ein erhöhtes Risiko für Rezidive und Zweittumoren haben.

Raucher mit Blasenkrebs haben ein erhöhtes Risiko für ein Wiederauftreten der Erkrankung und bei Magenkrebs und Darmkrebs eine verkürzte
krankheitsfreie Zeit. Raucher mit Lungenkrebs, Kopf-Hals-Tumoren, Blasenkrebs, Magenkrebs , Darmkrebs und Gebärmutterhalskrebs haben schlechtere Überlebensraten.

Ein Rauchstopp ist in vielfacher Hinsicht vorteilhaft:
Schon innerhalb weniger Tage und Wochen verbessern sich die Sauerstoffversorgung, die Atemwegsfunktionen sowie die Immunreaktionen und der Blutdruck sinkt. Bei Lungenkrebspatienten verringern sich nach einem Rauchstopp und Kurzatmigkeit,
gleichzeitig verbessern sich körperliche Leistungsfähigkeit, Appetit, Stimmung, Schlaf sowie Lungenfunktion und Allgemeinzustand).

Bei Patienten mit Kopf-Hals-Tumoren verringert ein frühzeitiger präoperativer Rauchstopp das Risiko für Wundheilungsstörungen,
verkürzt die Dauer einer strahlenbedingten Mukositis und reduziert das Risiko Primärtumoren im Vergleich zu Patienten, die weiterrauchen.

Grundsätzlich erhöht eine Krebsdiagnose aber die Bereitschaft, mit dem Rauchen aufzuhören, wenn auch sehr-aber nie-zu spät.

Der behandelnde Arzt kann die Ausstiegsbereitschaft des Patienten in besonderem Ausmaß fördern: Bereits eine kurze Raucherberatung im Rahmen der medizinischen Behandlung ist wirksam. Ein Rauchstopp vor einer Krebsoperation kann die Rückfallquote senken und ein therapiebegleitendes Entwöhnungsprogramm unterstützt einen dauerhaften Rauchstopp.....und WIR auch.

:enr2

Quelle, u.a.: http://www.aerzteblatt.de/archiv/148457
 
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