Mein Tagebuch

Euer Tagebuch ist euer ganz persönlicher Begleiter durch eure rauchfreie Zeit
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sokrates
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Mein Tagebuch

Beitrag von sokrates » Donnerstag 6. Dezember 2018, 15:12

Tag 4 und ich eröffne hier mein Tagebuch.

Es wird hart wieder weich zu werden und das Leben ohne Zigaretten zu meistern. Aber der Anfang ist gemacht.
Viele Gedankenwindungen werden wohl folgen.
Danke, dass ich hier sein darf.
Allen weiter: Toit toit toi

sokrates
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Re: Mein Tagebuch

Beitrag von sokrates » Donnerstag 6. Dezember 2018, 17:37

So, Tag 4 neigt sich dem Ende zu. Nur noch Abendessen, ins Bett bringen und ich freue mich schon immer auf den Schlaf der Gerechten.

Vielleicht ein paar Sätze zu mir:mein Name ist Maria, ich bin 38 Jahre alt, habe einen sechsjährigen Sohn und bin seit der Geburt allein Erziehend.
Zuvor hatte ich Geschichte und Romanistik in Berlin studiert und mit dem Kleinen eine Umschulung zur Physiotherapeutin geschafft. In diesem Beruf arbeite ich an der Psychiatrie als Bewegungstherapeutin. An sich mein Traum-Job, wenn es mir gut geht.
Wie beinahe alle die an der Psychiatrie arbeiten habe ich jedoch auch einen ordentlichen Knacks, den ich zeitlebens zu spüren bekommen habe.
Ich bin als 7. Kind in einer Großfamilie aufgewachsen. Mein Vater verstarb als ich 10 Jahr. Allein vom Phlegma waren wir uns sehr ähnlich: melancholisch und cholerisch im Wechsel.
Ich habe diesen Cocktail in meiner Studienzeit gut ins Leben umgesetzt. Nach einer Affäre mit einem Mann, der mich sehr an meinen Vater erinnerte, ist der Cocktail jedoch explosiv geworden. Ich habe seit dem keinen Fuß mehr auf den Boden bekommen. Hatte starke Essstörungen, Arbeitswut.... zwischendurch wieder vernünftige Phasen, aber die Lebenslust war dahin. Das ist zehn Jahre her. Ich war zwischendurch selbst in stationärer Behandlung. Habe meinen beruflichen Werdegang dort erarbeitet.... eben etwas handfestes wie Physiotherapie anstatt so etwas abstraktes wie Geisteswissenschaften. Mit Kind ist es letztlich eine gute Entscheidung. Aber oft stoße ich dort auch an meine Grenzen, da mein Geist häufig unterfordert ist oder ich mich nicht genug engagiere.

Jedenfalls bin ich nun wieder an einem Punkt in eine Klinik zu müssen, da ich eine ähnliche Situation wie vor zehn Jahren erlebt habe.

Während der Umschulung habe ich keinen Gedanken an Männer verschwendet. Nach dem Examen dann ein erstes KennenLernen mit einem Halodri. Danach ein sensibler Ewig-Student.... also alles pragmatisch schwierig.
Nun war ich diesen SOmmer über die Tatsache nicht mehr so traurig, dass es schwierig ist mit über 35 einen Mann kennen zu lernen, der mich und das Kind annimmt.
Da lerne ich den Prinzen kennen, so dachte ich: Sportlehrer an der Waldorfschule. Sehr klar und strukturiert und Halt gebend. Ich war dies zu dem Zeitpunkt nicht. HAtte weiterhin starke Esstörungen, um Arbeit und Kind unter einen Hut zu bekommen. Sehr komplex. Jedenfalls war ich überhaupt nicht in meiner Mitte, weswegen es mich gewundert hat warum mich dieser Mann überhaupt ansprechend fand. Dann habe ich meinen verdrängten Bedürfnissen freien Lauf gelassen.
Jaja, nuss nicht scheitern.... aber für mich habe ich erkannt..... egal wie groß die Bedürfnisse sind: WARTEN!
War alles schön, bis er irgendwann nur noch auf der sexuellen Ebene in Kontakt gekommen ist. Ich habe gemerkt richtig starke Angst zu bekommen. Verlustangst. Die ich sehr stark habe, seitdem mich der Vater meines Sohnes verlassen hatte, als bekannt war, dass ich schwanger bin.
Ich habe es mit dem Mann sehr genossen aber verspürte die Notwendigkeit etwas das Tempo heraus zu nehmen. Daraufhin machte er sofort und unabwendbar Schluß.
WEil er sich so geöffnet habe, und das Gefühl am Anfang auch nicht 100 ig gewesen sei.
Ich bin seitdem am Boden zerstört.... und diese erneute Ablehnung eines Mannes, zu dem ich aufblicken kann ( er hat selbst zwei Kinder mit seiner EX-Frau) hat mich lahm gelegt.


Oh je, ich bin wieder mal viel zu offen. Gehört garnicht hier her.... aber ich muss mir so viel von der Seele schreiben, wenn der Griff zur Zigarette verwehrt bleibt.
Letzlich bin ich psychisch ganz unten angelangt. Und das wird mir erst jetzt bewußt, nachdem ich sechs Jahre lang meinen Sohn alleine groß gezogen habe, ohne Zuspruch, ohne Hand im Rücken, ohne Berührung, geteilte Verantwortung...... aber dafür mit maximaler Kontrolle, Überforderung und absoluter Wesensveränderung.

Und dann öffnet mir Jemand die Tür zu einer anderen Seinsform, nicht nur körperlich, sondern menschlich, mit Versprechungen, nicht mehr alleine bleiben zu müssen und lässt mich wieder fallen. Es muss einen Grund dafür geben. Dass ich tief in mir viel zu lange einsam bin und ich nicht hinausgeführt werde, außer ich mache mich selbst auf den Weg.

Das mit den Zigaretten aufhören ist nur ein Bruchteil des Weges, der vor mir liegt. Und ich denke, dass wird Jeder durchlebt haben, der mit dem Rauchen Schluss gemacht hat, dass lange verdrängte Themen an die Oberfläche kommen mit denen man sich auseinandersetzten muss.

Ich mache das hier so viel und oft es geht. Wer lesen mag, sei eingeladen. Wer irritiert ist, liest wieder weg. Eigentlich ein Segen, dass es so etwas gibt.
Zusammen, aber nicht so angreifbar wie in der Realität. Das tut gut.

So wie gesagt, Tag 4 muss noch Zu Ende geführt werden.

Euch allen einen schönen Abend.

sokrates
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Re: Mein Tagebuch

Beitrag von sokrates » Donnerstag 6. Dezember 2018, 19:46

Ja schade, dass sich keiner meldet. Das würde in der Anfangsphase helfen.
Ich habe gerade beim Zubett Bringen eine ganz entscheidende Grundhaltung meinerseits erkannt.
Ich genieße es meinem Sohn vorzulesen. Eigentlich die schönste Zeit am Tag. Dann kommt jeden Abend irgendeine Sache, wegen der er die Zeit rausschieben will. Wie Kinder nunmal sind. Und damit ist das Schöne für mich sofort verflogen, weil ich bocke. Wie ein Kind. Ich bocke. Wegen dem Allein Sein... und kann es meinem Sohn immer weniger vorenthalten. Natürlich bockt er dann umso mehr. Also zwei Sturköppe aufeinander. Ein Fiasko. Und ansonsten immer die Paradesituation für eine Kippe.

So nun versuche ich die Endrunde hinzubekommen. Eben hat er vom Nikolaus Schlittschuhe bekommen, da wir in den Eispalast gehen am Wochenende.
Und tatsächlich fragt er, ob er noch ein Geschenk bekommen könne. Dabei könnte ich an die Decke gehen.
Und ja es gibt sicher viele erfahrene Mütter, Erzieher, etc. unter euch, die kluge Ratschläge dazu haben. Nehme ich auch gerne an, wenn sie nicht zu besser wisserisch sind. Denn damit kann ich mittlerweile zumindest von Menschen, die nicht die Erfahrung gemacht haben alleine ein Kind groß zu ziehen, nichts mehr anfangen.

Wie ihr seht: natürliche Aggression maht sich bemerkbar. ICh werde damit anecken, aber komme mir selbst dadurch näher.
AUF GEHTS und weg von den Kippen.

sokrates
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Re: Mein Tagebuch

Beitrag von sokrates » Freitag 7. Dezember 2018, 17:53

So, Tag 5 ist fast geschafft.
Auf der Arbeit war es heute nicht so motzig. Meine Kolleginnen hatten Einsicht, dass ich mich vielleicht gerade im Ton vergreife, was einem selbst ja nicht bewusst ist.
Hatte pflegeleichte Patienten und eine gute Gruppe heute. So lange ich beschäftigt bin, läuft alles prima.
Schwierig wird es, wenn Leerlauf ist. Da habe ich gestern schnell einen Zahnarzttermin zum Nähte ziehen dazwischen geschoben und heute beim Aldi einen Teppich im Angebot gekauft. Aber das geht ja nicht immer diese Pause krampfhaft zu füllen.
Blöd sind auch diese Phasen, wo ich Hummeln im Arsch habe und die mit Kind schon lange immer wieder ruhig gestellt wurden. Eben mit Kippe. Und jetzt: ja, ich habe schon Plätzechen gebacken, Sterne gebastelt, die Wohnung aufgehübscht und geputzt, Wäsche gewaschen und gebügelt. Naja, aber diese Zwischenzeiten finde ich furchtbar, weil ich da der Basis näher komme und spüre wie sehr ich ansonsten immer auf dem Sprung bin.

Naja, heute abend freue ich mich auf Ronja Räubertochter lesen, da mein Sohn nächsten Montag ins Theaterstück geht.


Dieses WOchenende ist auch gut voll gepackt. Morgen gehen wir erst SChlittschuh laufen und dann ist WEihnachtsfeier von der Vorklasse.
Sonntag geht's endlich in die Kletterhalle und mein Patenkind kommt zu Besuch. Perfekt! Am Anfang darf kein trübsinniger Sonntag her. Das kann ich später mal angehen.


Naja, ich habe mich hier ja bereits ganz schön geoutet. Das war vielleicht abschreckend und keiner antwortet deswegen.
Aber wenn ich nicht hier mal vom Leder lassen kann, wo dann. Ich nehme euch alle einfach mal dreist als meine persönlichen Therapeuten. Ich muss so einen Quatsch auch ungefragt ständig über mich ergehen lassen, obwohl ich doch nur Sport treiben oder massieren will.
Also: nur übers Rauchen aufhören schreibe ich hier nicht, denn der ganze Quatsch strömt jetzt nach oben, der durch den Rauch vernebelt wurde.

Vielleicht noch etwas konkretes: Merkwürdigerweise habe ich nicht so viel Hunger wie erwartet. Habe ja beschrieben, dass ich Essstörungen hatte / habe, die jetzt mit KInd aber nicht mehr so zelebriert werden können. Ganz pragmatisch. Deswegen geht es mir nicht gut damit, aber ich arrangiere mich mit dem Gerade so über Wasser bleiben Zustand. Heisst: ich bin groß, andere würden sagen schlank, oder athletisch. Habe früher Leistungssport gemacht und Überbleibsel sieht man noch davon. Ich sehe oder fühle vielmehr, dass ich mich hohl und kantig fühle durch das restriktive Essen. Ich habe Normalgewicht. Aber es ist dieser harte Umgang. Häufig habe ich fülligere Frauen beneidet, die mit ihren Formen liebevoll und zärtlich umgehen können. Ich gehe mit meinem Körper leider meist kämpferisch oder vernachlässigend um. Das wird durch den Rauchstopp jetzt noch deutlicher.

Jetzt mit einem Glas Wein ohne eine warme Mahlzeit im Magen, strebe ich eher danach nach dem Vorlesen noch ein paar Stabi-Übungen zu machen als mir eine Nudelpfanne zu kochen. Ach, das wird wohl immer ein leidiges Thema bleiben. Ich wünsche mir sehr, dass ich durch den Rauchstopp auch ein Gefühl für Hunger und Sättigung zurück gewinne. Und das dies nicht immer nach Uhr läuft, sondern ich auf mich vertrauen kann.


Ansonsten ist aufgefallen, dass ich mich besser durchblutet fühle. Sagte ich ja bereits.

So, jetzt ist gut für den Moment.
Schönen Abend

sokrates
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Re: Mein Tagebuch

Beitrag von sokrates » Freitag 7. Dezember 2018, 19:15

Wie geht ihr mit euren Aggressionen um die doch unweigerlich mit dem Rauchstopp zu Tage treten?

Ich hasse mich dafür, wenn ich meinem Sohn gegenüber laut werde. Aber jetzt fallen mir auch Verhaltensweisen seinerseits auf, die ich früher immer unter den Tisch habe fallen lassen. Diese Unselbstständigkeit bei Dingen, die er sehr wohl selbst kann... das macht mich kirre. Wie oft habe ich ihm schon die Kassette umgedreht, obwohl er das schon ewig selbst ann. Diese Mama.Rufe aus dem Zimmer habe ich oft des lieben Frieden willen bedient. Nun muss ich meinem Sohn möglichst schonend wieder auf Kurs bringen. Und ich merke wie mir Aggressionen und Ungeduld auf den Schultern sitzen, die ich später wieder stark bereue.
Es war auch dies einer der ersten Gründe wieder mit dem Rauchen zu beginnen, wenn ich gemerkt habe, meinem Sohn meine Emotionen ungefiltert habe spüren lassen.
Jeder weiß jedoch, dass Kinder am ehesten wissen woran sie sind, wenn die Mama echt und zu greifen ist. Im gewissen Maße natürlcih. Dieses Weichgespüle ist ja auch ein Zeichen unserer Zeit. Dass Kindern die Realität irgendwie ebenso verschleiert oder medial aufgeabreitet präsentiert wird und die nächsten Bezugspersonen auch wie hinter einem Schleier aus Dauer-Harmonie und Perfektionswahn versuchen Regeln durchzusetzten. Das funktioniert schon mal persé nicht. Und leider lässt sich eine Mutter wie ich sich schnell vom Kurs abbringen. Wie erziehe ich mein Kind. Das ist so kompliziert geworden. Ich atme förmlich auf, wenn endlich auch mal ein anderes Elternteil auf den Putz haut und Grenzen klar fühlbar für Jedermann samt kinderlein postuliert. Kurz: Ohne Rauch wird sich mein Sohn da jetzt auf was gefasst machen.
Ich passe natürlich auf, dass ich die vorerst tolerierten Nachlässigkeiten langsam wieder auf Kurs bringe. Ist auch nichts Dramatisches. Aber wenn ich merke, dass der Respekt nicht da ist und grundsätzlich die Rollen nicht klar gesteckt sind dann drohe ich tatsächlich schnell auszuflippen. Auf Dauer wird es dann wieder leichter, wenn wesentliche Machtkämpfe wieder durchgefochten wurden.

Mein Sohn findet es auch toll, dass ich nicht mehr rauche, obwohl der Dampf aus der e-Zigarette für ihn noch so ähnlich wirkt.

Naja, vielleicht ist ja die Erziehungsfrage in Koppelung mit dem Rauchstopp ein Thema auf das Jemand hier anspringt und wir uns austauschen können.

Ich bleibe dennoch wacker und stur und werde hier dumm dreist weiter schreiben. Hilft schon ein wenig sich geistig mit dem ganzen Mist auseinander zu setzen.

Seid gegrüßt
sokrates

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Re: Mein Tagebuch

Beitrag von sokrates » Freitag 7. Dezember 2018, 19:27

Mir ist noch wichtig hinzu zufügen, dass ich meinem Kind überhaupt nichts vorzuwerfen habe..
Er ist ein wunderbarer, lebensfroher und offenherziger kleiner Mensch.

Seine unselbstständigen Kurzschlüsse, mit denen er mich zur Weißglut treibt, zeigen mir nur, dass er tatsächlich meine Grenze nicht kennt. Wie auch, wenn die Mama bei jeder möglichen Gelegenheit eine Zigarette im Mund hat, die stinkt. Wenn die Mama mit einer Zigarette im Mund ihre Grenze für sich absteckt und nicht weich genug ist, wesentliche Regeln in Ruhe immer wieder klar zu stellen. Ja, kennt jede Mutter: ist mühselig und Nerven aufreibend. Aber ich merke, wie ich mir jeder kippe mich dieser Aufgabe entzogen habe und damit meinem Sohn auch die Chance ´nehme immer wieder die Grenzen fühlbar zu erleben. Und nicht durch eine abwesende Mutter auf dem Balkon. Oh Mann, wie oft hat er aus dem Bett gerufen, dass er mit dem Buch wartet und ja, ich habe meine Kippe alleine genossen, weil ich einen Moment für mich brauchte. ich bin keine symbiotische Mutter, die bei jedem Mucks ihres Sprosses frohlockt. Ja, Mütter sind nicht immer voll der bedingungslosen Liebe, die überquillt sobald der Bub "Hier" ruft. Nein: Kinder sind Egoisten, nicht, weil sie es wollen, sondern es evolutionär so gedacht ist. Und das ist gut so. Aber Mütter sind nicht nur Nachgiebige WollMilchKühe, sondern haben eigene erwachsene Bedürfnisse fernab von denen des Kindes. Und ja, man hat als Mutter das Recht seinem Kind das AlleinSein zu zu muten, weil die Mama jetzt in Ruhe telefonieren etc. will. das machen wir ja eh, aber ohne schlechtes Gewissen. Mit Selbstverständlichkeit und ohne, dass man eine Kippe als Alibi für "Lass mich mal kurz in Ruhe" braucht.

So, ich hoffe jetzt bricht kein Shit Storm über mich herein. Jaja, die Allein Erziehenden!!!!

Ich bin mir meiner Liebe sicher. Aber wenn Provokation ein we nig Austausch befördert, dann auch gut! Nur her damit.


Ach nein, ich bin ne ganz Liebe. Einfach nur überfordert mit Vielem. Aber grade für heute abend finde ich es cool Gedanken einfach fließen zu lassen. In dem klaren Wissen darüber, dass sie morgen wieder verflüchtet sind und neu herausgekramt werden wollen.#


So, jetzt ist Ronja dran.
Atjö

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Re: Mein Tagebuch

Beitrag von Jim Panse » Samstag 8. Dezember 2018, 15:58

Hallöle sokrates,

ich bin heute 16 Tage Nichtraucher und wünsche Dir viel Kraft und eine Menge Sturheit, dem Verlangen nicht zu verfallen.




Grüße
Jim Panse

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Re: Mein Tagebuch

Beitrag von Nisnis » Samstag 8. Dezember 2018, 17:18

Sokrates,

nein,ich finde es ganz normal was du schreibst. Klar, mit einem Kind ist das Leben nicht einfach. Ich spreche aus Erfahrung. Ich habe zwei erwachsene Kinder und 6 Enkel. Fühle mich aber mit meinen 63 noch nicht zum alten Eisen.
Ich habe vor 7 Jahren aufgehört zu rauchen und das nach 40 Jahren aktiven qualmen. Du siehst, es geht.

Also, der Anfang ist gemacht und nun heißt es Durchhalten. Komm, ich nehme dich (Jim Panse an die andere Hand) mit in ein rauchfreies Leben.


Liebe Grüße nisnis

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Re: Mein Tagebuch

Beitrag von sokrates » Samstag 8. Dezember 2018, 22:13

Hallo Ihr Beiden,

danke für Eure Antworten. Das hat mich gefreut.
Ich schreibe hier, weil sich das wohl so gehört.
Ich habe heute morgen wieder geraucht. Und ja, da stehe ich zu.
Ich kann auch genau benennen aus welchem Impuls ich geraucht habe.
An einem Sonntag morgen, wie an so vielen Sonntag Morgen zuvor, habe ich mein Grund-Lebensgefühl betonschwer auf der Brust gefühlt.
Einsamkeit!
Und jeder der dieses Gefühl kennt, weiß, dass es wohl keine schlimmere Qual gibt.
Und nein, ein kleines Kind kann dieses Gefühl nicht vollends aufheben. Es verhilft zu Verantwortungsgefühl, dennoch aufzustehen, den Tag zu füllen und das Beste aus Allem zu machen.
Aber die menschliche, weibliche Einsamkeit bleibt. Und jetzt, wo die letzte anbahnende Beziehung wieder kläglich gescheitert ist, wiegt sie umso mehr.
Ich schäme mich nicht mehr dafür, dies auch auszusprechen. Ich weiß, es geht Vielen so. Es wird schlimmer, wenn man es verschweigt.


Und ja, die Zigarette war immer mein Gefährte. Ein hinterlistiger Gefährte zwar. Aber er war immer da.
Und momentan wird er mich auch noch eine Weile begleiten.

Ich verabschiede mich also vorerst aus diesem Forum.
Es gibt andere Schwer wiegender Probleme, die ich bearbeiten muss. Auch wenn sie mit dem Rauchen zusammen hängen. Aber ich bin momentan einfach nicht stabil genug. Danke Euch fürs Lesen. Und sicher irgendwann Auf Wiedersehen.

MfG
sokrates

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