Sokrates SChritte in die Freiheit

Euer Tagebuch ist euer ganz persönlicher Begleiter durch eure rauchfreie Zeit
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Mickie
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Re: Sokrates SChritte in die Freiheit

#16

Beitrag von Mickie » Freitag 16. September 2016, 09:54

Hallo Reboot,

ich antworte dir mal hier. Ich kann sehr gut nachvollziehen, wenn so wie du schon aus Berufsgründen schaust wen jemand über sein Kind schreibt. Ich stimme dir sogar zu, das Verbote, Schreien nix bringen und im Grunde sogar unglücklich ist, wenn der eigene Frust vom Tage ein Stückweit am Schwächsten Glied dem Kind sich entlädt und doch finde ich es einfach menschlich.

Was mir persönlich bei meinem Rauchstopp aufgefallen war, das gerade in der Anfangszeit ich auf nahezu alles empfindlich reagiert habe und mir Dinge "angezogen" habe die nicht so hart gemeint waren und auch mein Umfeld inklusive meines Sohnes meine schlechte Laune abbekamen und dieses eingestehen, ja so ticke ich gerade ist für die meisten sehr schwer.

Ich finde es von Sokrates sehr mutig, ihr gerade im Entzug erlebtes hier in ihrem Tagebuch mit uns zu teilen um darüber vielleicht dahinter zu kommen, warum musste ich immer alles weich rauchen, was wollte ich nicht sehen, wo bin ich an meinen Grenzen, wie haben es andere gelöst und sicher auch mal einen Konflikt auszuhalten.

Beim Schreiben in der virtuellen Welt, bleiben einem immer nur die Worte und eine passende Gestik fehlt immer, so dass beim Empfänger immer eine eigene Interpretation ankommt über die Art wie es wohl einer gesagt hat, hart, weich, frustriert etc. und so schaue ich oft, was hat der Text mit mir gemacht, schreibe aus meinen Gefühlen heraus wie ich es empfinde und vermeide mir ein Urteil über den anderen zu erlauben.

In dem Sinne :grrx :entzug darf gerne bei den Startern als normale Reaktion gesehen werden.

Auf einen guten Austausch.

Ich glaub an Euch.

Lieben Gruß

Mickie

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reboot
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Re: Sokrates SChritte in die Freiheit

#17

Beitrag von reboot » Freitag 16. September 2016, 10:09

Hallo Mickie,
ich hätte wahrscheinlich garnicht in der Art und Weise auf das geschriebende von Maria eingehen sollen. Das werde ich mir auch in Zukunft hinter die Ohren schreiben :lach3 bloß gerade was Kinder angeht, reagiere ich doch ziemlich sensibel. ich weiß nicht ob es mutig ist so persönliche Dinge wildfremden Menschen mit zuteilen... vielleicht... aber wie gesagt , muss man dann auch mit Kritik umgehen können. Ich wünsche euch allen heute einen schönen , rauchfreien, entspannten Tag.

Liebe Grüße

reboot

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Re: Sokrates SChritte in die Freiheit

#18

Beitrag von sokrates » Freitag 16. September 2016, 15:06

Hallo Rebout,

ich bin überrascht eine Entschuldigung von einer Person zu hören, die mich zuvor von oben herab beurteilt hat. Und mir nun noch sagen möchte, dass eine ehrliche Darlegung meiner brisanten Situationen zwangsläufig zu Kritik führen müsse. Keine Sorge - ich kenne Diskretion - nur wenn ich mich in ein solches Forum einklincke, dann gehe ich davon aus, dass man auch ans EIngemachte gehen kann / muss / soll.

Es ist auch müßig - dieses Medium birgt immer Missverständnisse.
Respekt erwarte ich jedoch! Den hast Du mir und meiner Offenheit nicht entgegen gebracht.
Und diesen Satz: Wenn es um Kinder geht, da muss ich immer einschreiten - den kenne ich von meiner Mutter. Das ist ja sehr löblich - aber völlig deplaziert, wenn nicht dahinter geschaut wird, warum Dinge so oder so laufen. Und ich las, dass Dein Sohn auch raucht. Hast Du Dich schon mal nach den Gründen gefragt?

Mir war wichtig an meinem Unmut über diese Reaktion fest zu halten. Denn Du bist sicher nicht die erste Person, die in so einer selbst gefälligen Arroganz auf mich eingegangen ist. ISt ein sehr alter wunder Punkt.

Dennoch: die Entschuldigung einer mir fremden Person nehme ich an. Und erkenne nun klarer, dass ich mit dieser matriachalen Festlegung von Gut und Böse nicht mehr umgehen kann und will.

HAtte interessanterweise gestern den Mut und die Fähigkeit aufgebracht meiner Mutter gegenüber an dem festzuhalten, was mich an Ihrer ignoranten Allwissenheit immer in die Isolation getrieben hat. Und ich habe gerade das Gefühl, ich befreie mich aus dieser ISolation, indem ich daran festhalte, was ich über gewisse Dinge weiß - wie ich sie sehe - und wie ich darauf reagiere. Und das ist anders - nämlich meins. Daran halte ich gerade fest. Es gibt nämlich nichts furchtbareres sich so klein und unmündig zu fühlen, dass man sich gerade in ERziehungsfragen von einer bräsigen Allwissenheit manipulieren lässt.

Oh, nun werde ich wieder zu indiskret und bekomme gleich Abmahnungen von einer Altenpflegerin.
Naja, ich kann auch 10000 Smilies rumschicken, wenns hilft.
Sorry, aber meine Aggros sind noch da - aber ich lerne damit umzugehen - denn, wie Jemand angemahnt hatte - mein Gegenüber hat auch Aggros im Entzug.

So gesehen verlief dieser Austausch hier recht human und ich bin ein SChritt weiter.
In diesem Sinne
Sokrates

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Soi
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Re: Sokrates SChritte in die Freiheit

#19

Beitrag von Soi » Freitag 16. September 2016, 19:07

liebe Maria, :sunflower


ich begrüße dich auch ganz herzlich hier im Forum, ich war eine Zeitlang nicht im Forum, ich schreibe dir weil ich dich gerne trösten möchte und dir gleichzeitig etwas sagen möchte, du nimmst es zu schwer mit den Aussagen von Rebout auf, es ist nicht so leicht sich richtig auszudrücken und Rebout hat es nur gut gemeint mit dir und mit deinem Kind, es ist dein Kind und daher kann Rebout es nur gut mir dir meinen.

Nehme es bitte nicht persönlich, was deine Mutter alles so sagt ist eine Sache , wir wollen hier niemanden angreifen und Rebout bestimmt auch nicht,

Ich selbst war auch jahrelange alleinerziehende Mutter und weiß wo von du sprichst, das wissen viele hier wo von du sprichst, daher versuchen wir zu verstehen und zu helfen wo wir können, unsere Meinung sollten wir alle sagen können, davon können wir nur einander lernen, deine Offenheit war gut , aber laß bitte auch die Offenheit der anderen auch zu und bleib auf deinem Weg, leicht ist es nicht , aber wir sind für dich da.

Glaube mir auch ich habe hier viel gelernt, vor allem nichts persönlich zusehen, sondern das jeder hier dem anderen helfen möchte, leben und leben lassen, daher finde ich das sowohl du wie auch Rebout gut eure Meinung stehen lassen könnt, glaub mir , wir können euch beide sehr gut verstehen.

Liebe Maria, ich drücke dir weiterhin die Daumen, das du es schaffst, glaube an dich und mit Hilfe dieses Forums kannst du es auch schaffen, wie so viele andere es auch geschafft haben.

Alles Liebe wünsche ich dir weiterhin :victory :eva_rob
liebe Grüße von Soi

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Re: Sokrates SChritte in die Freiheit

#20

Beitrag von sokrates » Freitag 16. September 2016, 21:35

Hallo zur Nacht,

ich habe alle gut gemeinten Erläuterungen zu den Missverständnissen hier aufgenommen und will mich nochmal unkompliziert zum Momentan äußern.

Obwohl ich mir sicher bin, dass hinter so etwas Simplen, wie etwas zu "lassen", doch recht komplexe Abläufe stecken. Zumindest bis man sich so an das "Lassen" gewöhnt hat, dass es automatisiert ist.

Naja, keep it small and simple (KISS): heute liefs ganz gut.
Habe die Arbeit gut geregelt, mit Kids aus der Kita Waffeln gebacken, mit deren Mama geschnackt und sogar alles in die WEge geleitet, um meinen kleinen Traum greifbarer zu machen.

Der spontane Auslöser bei mir war ja, dass ich einen Nebenjob zusätzlich angeboten bekommen habe, der mir eine 500 euro Rate im Monat beschert, womit ich den Kredit aufnehmen könnte, um das mir geliebte Auto zu kaufen. Es ist ein kleiner FIat Panda von einem befreundeten Eltern-Paar, die mit ihren mittlerweile VIER Kindern ein deutlich größeres GEschoß brauchen.
Naja, der kleine Flitzer ist zitronengelb - PReis-Leistung ist Top - und mein Sohn und ich sind etwas verliebt!

Es wäre einfach dran - mein erstes Auto - und endlich mal etwas Erleichterung.
Das ging mir so alles durch den Kopf.
Und endlich ist Wochenende. Vielleicht auch mit emotional belastenden Begegnungen - aber es gilt immerhin keine Pflicht zu erfüllen.
Und was die emotional belastenden BEgegnungen angeht, so habe ich den Hauch einer Ahnung, dass man sich als Nichtraucher auch nicht mehr jeden SCheiß andrehen lässt.
Ne, da bleibe ich doch lieber erstmal alleine und halte mein Häuschen sauber.

Mal schauen, was sich so alles ergibt.
Es fließt so aus mir heraus, was mich momentan bewegt. Aber die Handbremse nach der vergangenen Debatte ist angezogen. ISt vielleicht auch ganz gut so. Denn im Grunde genommen, sind wir natürlich alle wildfremde MEnschen. Jedoch mit einer gemeinsamen Aufgabe und Pflicht uns selbst gegenüber. Vielleicht können wir uns tatsächlich gegenseitig helfen - und ich werde dabei vorsichtiger sein - in Anbetracht der Beurteilungen, die überall lauern. Beurteilen ist wahrscheinlich genauso menschlich, wie auf alle Beurteilungen zu schei... und mal die Sau raus zu lassen.

Herrje, noch ein paar Situps und dann ab in die Koje.
M.

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Re: Sokrates SChritte in die Freiheit

#21

Beitrag von Soi » Freitag 16. September 2016, 21:56

liebe Maria, :sunflower


ich verstehe dich sehr gut was du meinst, freue mich trotzdem das du dir alles von der Seele schreibst, so ist das auch gedacht, das Tagebuch ist dafür auch da , du hattest einen harten Tag heute und es ist alles nicht so einfach.

Sei stolz auf dich , das du es auch heute geschafft hast nicht zu rauchen und vertraue dir und diesem Forum das alles gut geht und niemand dir hier was will , sondern wir alle hier uns gegenseitig helfen wollen von dieser tödlichen Sucht Rauchen wegzukommen.

Ich wünsche es dir von Herzen

einen schönen Abend und ein schönes Wochenende
liebe Grüße von Soi

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Mickie
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Re: Sokrates SChritte in die Freiheit

#22

Beitrag von Mickie » Freitag 16. September 2016, 22:05

Hi Sokrates,

in deinem letzten Post kommt bei mir eine deutlich weichere Seite von dir an und die finde ich schön.
Mit angezogener Handbremse fahren find ich persönlich blöd, aber ich kann es verstehen. Mir hat mal jemand gesagt, die art wie man sein fühlen und denken sagt, entscheidet was beim anderen ankommt, aber immer wenn man bei sich ist, ganz nah und aus sich schreibt muss man keine fehler etc. beim anderen bemängeln. Für mich ist es bis heute eine Herausfoderung in der ich-form über mich zu schreiben. Aber es hat das Leben ehrlicher gemacht und ich muss mich nicht mehr Stressen mit urteilen über den anderen.
Wenn mich einer fragt was ich jedem sagen würde, dann wäre es: Probier alles in der Ich-Form zu sagen und stelle erst das gute hervor, dann was du dir anders wünschst und am Ende erfreue dich an dem was dir immer gefiel.

Eine Sucht aufgeben ist nichts anderes als neues zu gewinnen.

du schaffst das schon.

Lieben Gruß

Mickie

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Re: Sokrates SChritte in die Freiheit

#23

Beitrag von Der von der Eva » Samstag 17. September 2016, 08:11

Maria,

Das mit der Pflicht und Deiner Einstellung dazu hilft Dir sicher sehr gut durch die ersten drei Wochen.
Was aber wirklich dauerhaft einhakt, sind Emotionen. Und wie ich persönlich glaube, lustvolle Emotionen. Ich mein das so: Wenn man sich mit verbissenem Gesicht durchbeisst, dann kostet das zwar Kraft, aber man schafft es. Irgendwann ist die Kraft alle alle, und man liegt auf der Nase. Schafft man es hingegen, sich darüber zu freuen, weil man jetzt nicht vor dem Diskonter im Regen stehen muß, dann kostet das keine Energie. Da kann man sich leicht ausrechnen, womit man länger durchhält. :zaehl1

Das mit den Emotionen will natürlich gelernt sein. Das geht nicht mit Büchern, sondern durch ausprobieren und immer wieder machen. Beim Entzug lernen wir oftmals, uns nicht alles bieten zu lassen und geben deutlich Kontra. Und das wird natürlich hier im Forum besonders oft probiert, ist klar. Daß dabei mal Lärm entsteht, das weiß man doch. Solange hinterher niemand liegen bleibt, wird hier in der Regel einiges zugelassen und über einiges hinweg gesehen. Es geht uns allen schließlich ums Thema, und das ist schwierig genug.

Was Erziehung angeht, da halt ich mich raus. :achwatt Scheint ja Frauensache zu sein. :zahn undweg

Wie auch immer, raus mit den Emotionen, da müssen wir durch. Kräftig drücken hilft. Warte, lass mich mal: :knuddel

Alles Liebe,
Robert
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Re: Sokrates SChritte in die Freiheit

#24

Beitrag von sokrates » Samstag 17. September 2016, 17:03

Liebe Mickie, Lieber Robert,

danke für Eure Antworten. Jedensmal fühle ich mich in einen verständnisvollen Mantel gehüllt, wenn ich sie lese. Und bekomme Anreize weiter zu denken.

Meine weiche Seite, liebe Mickie, die ist nicht nur durch den Rauchstopp, verhärtet.
ICh hatte ja zuvor Einiges über meine Lebensverhältnisse offenbart, was mir nun nach dem ersten Krach im WWW, tatsächlich unangenehm ist. Es ist mein erstes Forum - bin wohl zu old school und kenne die Regeln im Chat/Forum nicht. Naja, lern ich eben.
Egal: ich bleibe dabei, dass es mich nur weiterbringt, wenn ich meine Emotionen heraus lassen kann - eben etwas dosierter. Und einen Zacken breche ich mir dabei sicher nicht aus der Krone.

Jedenfalls: die natürliche Härte - ja, die musste ich mir zulegen - sonst läuft ja garnichts.
Mit der chronischen Härte, die ich seid einem Jahr aufzulockern versuche, läuft aber ebenso wenig.
Naja, ich kriege meinen Job hin, die Erziehung meines Sohnes trotz aller gängigen Probleme, pflege ein paar gute Kontakte, aber so richtig nah und ausgeglichen in meiner SChwäche fühle ich mich eigentlich fast nie. Im Wald vielleicht mal, am Meer oder an einer anderen schönen Landschaft.
Jedenfalls kann ich diese Nähe nicht mehr zu einem anderen Menschen aufbauen. Habe ich hier auch bereits krass offenbart. Aber mein Gott, so ist es - und wenn ich einer Rebout oder sonst wem über den WEg laufe, dann werden wir uns eh nicht erkennen.
Vielleicht ist ja meine Distanzlosigkeit und die Aufforderung mir zu helfen auch symptomatisch für mein reales Sein. Mir wurde mal gesagt, ich sei INTENSIV. Und da ist was dran.
Ich wäre gerne ausgeglichener und weicher - aber es ist nun mal eine große Leere und Not generell in mir, die versuche durch eine Psychotherapie mit Leben zu füllen.
Aber vieles von dem, was mich ausmacht, fließt natürlich in so ein Rauchfrei-Projekt ein.

Mit der SChwäche oder dem WEichsein hat es tatsächlich seine Bewandnis. Dies in direkter Verbindung zu Roberts Gedankenanstoß, dass positive Emotionen den ERfolg sichern.
Ich würde für mich in eine andere Richtung gehen und die EMotionen, die mein Fundament bauen, eher neutral - unaufgeregt - weich - schwach - verletzbar und geerdet nennen.
ERst wenn ich diese seichten Gewässer durchschippert habe, kann ich glaube ich wieder freudige Emotionen voll auskosten ohne Sorgen zu haben, dass mich das neutrale Mittelmaß wieder so dermaßen überrollt, dass ich einen Kick brauche. Langeweile nennen das vielleicht viele - kann auch passen.

Heute war jedenfalls so ein Tag, wo ich das seichte Mittelmaß ausgehalten habe.
WIr sind nicht in die hektische Großstadt mit dem Zug gefahren, sondern haben eine Fahrradtour an eine schöne Stelle am Fluss gemacht, dort Kartoffeln und Würstchen gebraten und Steine ins Wasser geworfen. Nichts aufregendes - und genau das konnte ich heute gut aushalten. Normalerweise musste ich sonst immer noch zig Leute in meine Freizeit integrieren, irgendwelchen besonderen Orte ansteuern. Naja, und heute wars halt ne kleine feine Runde mit meinem Sohn, die wir Regen bedingt auch noch abbrechen mussten und jetzt einfach zu Hause rum hängen.

So jetzt nervt er, weil wir zusammen einen Film kucken wollen. Die ungehaltene Psycho-Mama und das liebe Kind
S.

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Mickie
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Re: Sokrates SChritte in die Freiheit

#25

Beitrag von Mickie » Samstag 17. September 2016, 19:04

Hi Sokrates,

ich kenne diese chronische Härte, auch die bewusst angeeignete Härte und dieses von Aussen unantastbar zu sein und wenn dann doch mal einer zu nah kam oder einen Wunden Punkt traf mit härte zu reagieren. Ganz nah an mich und meine Gefühle lasse ich selten jemanden, bzw. wenn dann vorher lange durchdacht ob ich das aushalten kann, will und ob ich dem gewachsen bin.
Tief berühren ohne zu zumachen kann mein Sohn mich, da gibt es Momente wo ich einfach tiefe Frieden spüre und es zulassen kann.

Ich habe in einem ganz anderen Forum zu einer anderen Zeit gelernt mich ganz langsam nach aussen zu öffnen, zu lernen was andere ganz natürlich in Ihrer Kindheit gelernt haben. Wer sich mit sich selbst auseinandersetzt und sich mit seiner eigenen Schwäche und Stärke befasst und dann probiert etwas zu ändern wird auch anecken und mal zuviel offenbaren, mal zu schnell zu machen. Ich selber finde nur wichtig nicht flüchten zu gehen. Im Zweifel mal einen Schritt zurück machen, seinen eigenen Post lesen, wie könnte es angekommen sein, dann den anderen Post zu lesen und auch mal eine Nacht darüber zu schlafen. Gerade wenn mich was geärgert hat, war und ist es für mich besser, wenn ich erstmal durchatme und darüber nachdenke was möchte ich dem anderen wirklich mitgeben, statt spontan eine Runde mitzupoltern, loszupoltern etc.

Was mache ich nun im Entzug mit meinen Emotionen, natürlich hier austoben, denn wir halten eine Menge aus und viele von uns haben ähnliche Achterbahnen hinter sich oder stecken in ähnlichen Phasen. Durch verschiedene Emotionsphasen durchwandeln um zu den positiven zu gelangen, würde ich für mich heute sagen funktioniert nicht wirklich gut. Was mir geholfen hat und oft hilft, wenn das negative überhand nimmt eine Art Glückstagebuch zu führen. Das ist im Prinzip ganz einfach, jeden Abend schreibst in einen Kalender mit Datum ein Satz was war heute schön und sei es nur das die Sonne schien. Einen Moment der schön war. Nicht mehr nicht weniger. MIt dem Fokus auf etwas schönes, lädt man sich das freudige wieder ein und kann in seinem Tempo den Fokus vom Harten zum Weichen gehen. Ich vergesse sowas ja auch immer wieder gerne, drum bin ich noch immer hier im Forum, weil es hier die Erinnerung gibt welche Möglichkeiten das Leben einem noch anbietet.

Komm ich nehm dich an die Hand, lass uns eine Runde am Strand wandern, den Wellen lauschen wie sie kommen und wieder gehen, wie die Vögel am Himmel ziehen auf dem Weg in Ihr Winterquartier, wie der Wind vor unsere Nase den Sand vor uns her treibt. Nimm schöne Gedanken in dir mit.

Ich glaub an dich und du schaffst alles was du schaffen willst.

:knuddel

Lieben Gruß

Mickie

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Re: Sokrates SChritte in die Freiheit

#26

Beitrag von sokrates » Sonntag 18. September 2016, 15:00

Liebe Mickie,

danke ´wie jedes Mal für Deine Worte.
Ich bin tatsächlich beim Schnell-Lesen ein Stück stehen geblieben und mit dir am Meer entlag gegegangen.
Es ist verrückt, aber ich leite selbst solche Entspannungskurse an - und merke jetzt, wie sporadisch ich diese Fähigkeit in den Alltag umsetzen kann.
Klar, wenn man sich eine Stunde auf die Matte legt und Jemand mit sanfter Stimme etwas vorsäuselt, da kann die Mehrheit entspannen. Aber so stückchenweise in den Alltag integrieren - das ist die Kunst.

Was Du über Dein persönliches Glückstagebuch sagst, mache ich ebenso paradoxer weise für meinen Sohn: Was hat Dir heute am besten gefallen...?
Für mich selbst mache ich es garnicht. Da ist zu viel Druck in mir - zu viel Voraussicht gen Pflichten, die da warten, Situationen, die gemeistert werden wollen. In denen es meist, so meine bisherige Herangegehnsweise, natürlicher Härte bedarf.
Sich seines kleinen Glücks bewußt zu werden erfordert ja ein Stück Weichheit, Ruhe und Demut. Die Zufriedenheit kommt ja erst danach, wenn man vermehrt kleines Glück gesehen hat und sich seiner gewahr wird.

Mir ist das Thema in einem Telefonat mit meiner SChwester unter gekommen. Ihre Söhne sind jetzt schon 30 - und aus einer kleinen Wehmut heraus sagte sie: "Bei all den Problemen und Kämpfen in der Erziehung, so ist es doch schade, dass man so wenig auf die positiven Seiten des Kindes schaut - darauf, wieviele Geschenke man jeden Tag bekommt."
Dies sagte sie auch auf meine Erläuterungen bezüglich des Themas "Trocken werden".Ja, das läuft nicht gut - aber 10000 andere Sachen laufen richtig gut.

Irgendwie wurde mir dabei einer meiner Grundgedanken bewußt, der auf mich und bedingt auf meinen Sohn zugleich zutrifft:
Ganz tief in mir - unter all den Selbstzweifeln, der Trauer, der Einsamkeit, da weiß ich, dass ich ein ganz besonderer Mensch bin - und das viele Kämpfe und Disharmonien auch dadurch entstanden sind: dass da eben ein besonderer Kern in mir steckt - wie in jedem Menschen.
Dessen bin ich mir bei meinem Sohn ebenso bewußt und glaube, dass ich dem manches Mal zu wenig Beachtung schenke.
Diese Selbstzerfleischung, die ich manches Mal mit mir betrieben habe, die beinahe schon mein Wesenszug ist, die möchte ich meinem Sohn ersparen.
Und ja, vielleicht geht das durch ein Gewahrwerden des Positiven, das in einem steckt.
Und wenn, wie in meinem Fall, ein Gegenüber dieses Positive beinahe hat vernichten können, so ist es nicht vollkommen verschwunden. Aber zu spüren, wie stark verletzt man wurde, und dennoch das Positive zu sehen, das ist eigentlich eine menschliche Kraft, die mir die Tränen in die Augen treibt.

Es gibt eine - oder zwei sehr pragmatische Problemfelder, die ich hier noch ansprechen möchte, weil sie mich sehr stark daran hindern, ganz natürlich dem Positives zu zu streben.

Ich habe bis zu meinem 20 Lebensjahr Leistungssport betrieben. Daher auch erst nach dem Ende begonnen zu rauchen.
Tief in mir steckt jedoch dieses starke Leitungsstreben, das Gefühl nur ernst genommen und geliebt zu werden, wenn man Leistung bringt.

Jedenfalls habe ich viele Veränderungen erst nach dem 20 Lebensjahr durchgemacht. Eben auch die Veränderung des Körpers einer Frau.
Zu dieser ZEit begann meine Essstörung, da ich viel zunahm und das nicht tolerieren konnte.
Es gab starke Phasen - musste einmal in eines psychosomatische Einrichtung - dann jahrelang gute Phasen während des Studiums. Nach einer Liebesgeschichte eine radikale Hungerkur über längere Zeit, die mich sehr stark verändert und verhärten hat lassen. Ich glaube auch, das meine Unfähigkeit Nähe zum ,anderen GEschlecht aufzubauen aus dieser kalkulierten Konstellation entstanden ist, die ich naiv eingegangen bin.

Naja, faktisch sieht es so aus, dass ich mich am sichersten gefühlt habe und das noch immer tue, wenn ich so wenig wie möglich gegessen habe. Dazu diente auch das Rauchen in erster Linie: Hunger weg rauchen. Und die größte Angst ist sehr klar, dass man zunimmt beim Rauchstop. Ich kann das bedingt tolerieren, aber eben nur bedingt. Es ist die größte Gefahr für einen Rückfall, wenn ich mich unförmig fühlen würde. Und dabei gehts nicht um 1 kg mehr oder weniger.

Ich schriebe darüber hier erneut so offen, weil ich mich gestern damit konfrontiert gesehen habe.
Normalerweise ist es eigentlich mit Ausnahme der SChwangerschaft so gewesen, dass ich immer restriktiv gegessen habe. Zwischendurch gab es dann zwangsläufig Futterattacken, die aber lange nicht so schlimm wie früher waren. Einen normalen Essensrhythmus hatte ich teilweise mit meinem Sohn - aber da war es auch oft so, dass ich nicht mit Genuß mitgegessen habe, sondern nur einen Salat. Ich tue das aus dem Wissen heraus, ich muss die Zügel in der Hand halten. Restriktion und Kontrolle befähigen mich vermeintlich dazu. Ich kann Rumgemotze an mir abprallen lassen, ich kann den Haushalt mal schnell zwischendurch machen, habe noch Power abends ne Runde joggen zu gehen und kann im Kontakt jeden an meiner Fassade abprallen lassen. Klingt jetzt krass - hat sich schon niveliert - zwangsläufig, weil man die Latte mit Kind irgendwann runter setzen muss. Dieser Anspruch steckt aber noch immer in mir - sicher, geschützt, aktionsbereit und unangreifbar zu sein. Ist ja auch ein logischer Überlebensinstinkt, wenn man in wesentlichen Situationen seines Lebens als Frau allein gelassen wird. Das war so als mein Vater starb als ich 10 Jahre alt war und als sich der Vater meines Sohnes direkt bei Bekanntwerden der Schwangerschaft von mir getrennt hat.
ICh verstehe also mein rigides Regime - ich hätte niemals noch die Umschulung zur Physiotherapeutin - den Umzug in meine Geburtstadt und den Aufbau eines neuen Bekanntenkreises geschafft.
Das ist auch alles recht passabel - aber irgendwo weich sein - meinem kleinen Glück fröhnen, mich aufgehoben und geborgen fühlen - das kann ich nirgendwo.

Nun war die SItuation gestern, dass ich den seid vier Jahren einzigen Mann getroffen hatte beim Tanzen, der mir wirklich zu sagt. Es gab da hin und wieder leichte Annäherungen, aber nichts wichtiges.
Jedenfalls hatten wir sehr schnell was miteinander, weil seine Frau sich von ihm getrennt hat und er die beiden Söhne hauptsächlich erzieht.
Es war ein ständiges Hin und Her - mit den letzlich harten Worten, dass er nicht beriet sei für etwas Neues und dann wohl auch nicht mit JEmandem wie mir !!!! Das ist zwei Monate her. Ich habe den SOmmerurlaub mit einer Freundin damit verbracht, darüber hinweg zu kommen, weil sie Ähnliches erlebt hat.
Nun war es die letzen Male, wenn wir uns abends beim Tanzen gesehen haben, dass er sich mir erneut angenähert hat. Es hat mich gewundert, mir geschmeichelt, aber ich war vorsichtiger als beim Anfang. Zwischendurch lief wohl wieder etwas mit seiner Frau und nun anscheinend nicht mehr. Ich habe keine Ahnung, weil er mit mir darüber nicht mehr spricht, nachdem ich alle Brücken abgebrochen habe, als er meinte: "... nicht mit Jemandem wie Dir!!!"

Gestern abend war er jeden Falls mit einem seiner Söhne beim Tanzen - ist da so üblich, das man Kinder mitbringen kann. Es war nett - und ich spüre, dass ich mich noch immer zu ihm hingezogen fühle. Da er mich aber mit so harten Worten abgewiesen hat, wage ich momentan kaum Annäherung. Es ist mir schon schwer gefallen mit seinem Sohn ein bisschen zu tanzen. Weil ich Angst habe, es kommt wieder so ein radikaler SChlag von ihm.

Naja, dementsprechend aufgewühlt bin i´ch an dem Abend nach Hause.
Und dann war es so, dass ich das erste Mal seid Wochen unglaublichen Hunger verspürt habe - auch das erste Mal nach dem Rauchstop. Ich habe mit Genuß die restlichen Kartoffeln und Nudeln gegessen. Ich hatte einfach Hunger - und nicht nur das Bedürfnis nach Nähe. Normalerweise wäre mein Drang sehr groß gewesen, ihn nochmal anzurufen und irgendwas an Nahrung von ihm zu bekommen. Irgendwie war ich stolz auf mich - auch wenn es mir den Tag danach schwer fällt - dass ich meinem Primärbedürfnis nach gegangen bin.
Jetzt, am Tag danach fühle ich mich ganz gut - aber das Sekundärbedürfnis nach Nähe ist ja nicht gestillt.
Waren auf einem schönen Fest. Ich hatte dann diesen Mann doch noch kontaktiert, ob er mit seinen Jungs mit möchte. Aber dies ging nicht so spontan, weil andere Pläne dazwischen standen.

Jedenfalls gibt es starke Verbindung zu diesen Emotionen, die jede Beziehung ausmacht, aber insbesondere Liebesbeziehungen und der Bezihung zu sich selbst - ganz existentiell, wie man sich nährt.

Ich weiß nicht, ob Jemand das Alles nachempfinden kann oder auch kennt. Ich denke schon, dass es da Einige gibt. Einen Austausch mit Euren Gedanken fände ich sehr hilfreich.

LIebe Grüße
Maria

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Re: Sokrates SChritte in die Freiheit

#27

Beitrag von Mickie » Sonntag 18. September 2016, 18:55

Hallo Maria,

ich mag ja wenn die weichen Seiten hochkommen, immer so zwischen dem ganzen Chaos, wenn es sich langsam zeigt und sagt so nun habe ich auch mal ein Recht ernst genommen zu werden.

Zwei Dinge bei deinem Post sind mir spontan aufgefallen und kenne ich durchaus von mir, beim ersten wars mit meinem Sohn mach ich das, in den Kurse mache ich das, nur mir gönne ich das nicht. Dieses Wissen wie es richtig wäre ist schon da, nur das für sich anwenden. Ich kenne sogar die Ausreden warum man es für sich nicht macht. Dabei ist es weder Pflicht noch irgendwas wenn man einmal am Tag sich etwas gönnt und schaut was hat mir heute gut getan, daran darf man sich erfreuen und danach wieder den Pflichten nachgegehen. Warum sollte es nur den anderen vorbehalten sein? Schön finde ich, das du mit deinem Sohn schaust was war schön, denn vieles geht bestimmt bei euch auch richtig gut und darauf den Fokus zu lenken macht vieles was nicht so läuft nur halb so schlimm.

Und das andere wo ich bei deinem Bericht hängen blieb war hier:
Tief in mir steckt jedoch dieses starke Leitungsstreben, das Gefühl nur ernst genommen und geliebt zu werden, wenn man Leistung bringt.
Ich finde es bis heute den totalen Wahnsinn, wie tief eingeprägte Verhaltensmuster und Gedanken uns noch heute beeinflussen. Fast alle die mit Sucht und psychischen Problemen, Essstörungen unterwegs sind, haben das tiefe Bedürfnis mal einfach geliebt zu werden wie man ist. Um irgendwie an das Gefühl geliebt zu werden tun wir alles mögliche und wenn es nicht geliefert wird, suchen wir etwas anderes was vermeintlich die Liebe ersetzt.

Diesen Kreislauf zu durchbrechen, uffz ich glaube bei mir wirds ein lebenslanges lernen sein. Ich wünsche dir den Mut weiter zu dir dich zu bewegen, je zufriedener wir mit uns selber sind, desto zufriedener reagiert das aussen auf uns.

Ich grüß dich ganz herlich.

Lieben Gruß

Mickie

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Der von der Eva
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Re: Sokrates SChritte in die Freiheit

#28

Beitrag von Der von der Eva » Montag 19. September 2016, 11:03

Maria,

Ein kleiner Hinweis von mir: Das Gift, das du täglich zu Dir genommen hast, hat Deinen Körper Energie gekostet, um sich dagegen zu wehren. So um die 300 Karolinen, schätzt man. Seit Du die über 3000 Giftstoffe dem Körper nicht mehr via Zigarette zuführst, braucht der Körper das plötzlich nicht mehr. Weil der Körper aber misstrauisch ist, legt er die Energie erst mal auf Reserve. Hüften sind im Allgemeinen ein beliebter Platz für solche Reserven.
Änderst Du also nichts an Deinen Gewohnheiten (Bewegung, Essen, ...), dann legen die meisten frischen NMR erst einmal zu. Änderst Du weiterhin nichts, dann gewöhnt sich Dein Körper dran, und nach ca. einem Jahr hat sich alles normalisiert und Dein Körper hat aufgehört, auf Reserve zu legen, und die Energie wieder von den Hüften abgebaut.
Ich kenne keine Frau, die es ein Jahr lang drauf ankommen lassen konnte. :zahn
Trotzdem der Hinweis, Dein Körper versteht nur langsam, und Du kannst nichts gegen diesen Effekt machen. Wenn er bei Dir zuschlägt, schlägt er zu. Was ich natürlich schon hier gelesen habe, ist eine Erhöhung des Energiebedarfs, um diesem Effekt gegenzusteuern. Also Laufen, Radfahren, Minigolf, Sex, also alles, was spontan ist, Energie braucht, und Spaß macht, ist ganz einfach erlaubt und kann bedenkenlos angeraten werden. Hiermit also auch ganz offiziell Dir.
:eva_rob

Alles Liebe,
Robert
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sokrates
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Re: Sokrates SChritte in die Freiheit

#29

Beitrag von sokrates » Montag 19. September 2016, 15:59

Lieber Robert,

danke für deine rational männliche ERklärung der Veränderung des Körpers nach dem Stoffwechsel.
Es tut manchmal unglaublich gut ein komplexes und emotional aufgeladenes Problemfeld mal klar, einfach und sachlich dargelegt zu bekommen.
Ich habe ja offenbart, dass der Bereich ERnährung für mich Problem belastet ist.
Erst jetzt nach etwas über einer Woche messe ich dem Bedeutung bei.
Dass es unglaublich wichtig für die Umstellung zu einem rauchfreien Alltag ist, regelmäßige und vollwertige Mahlzeiten zu sich zu nehmen, ist allgemein bekannt.
Rein faktisch habe ich das bisher umgangen aus Angst auf einmal unmäßig viel mehr essen zu wollen. Seid zwei Tagen habe ich mich nun auf die Umstellung eingelassen - und die ist am Anfang für JEmanden, der keinen verlässlichen Nahrungsumgang pflegte einfach schwierig.
Bei mir klappt es dadurch, dass ich die Mahlzeiten mit meinem Sohn einnehme und ich mich allein Berufs wegen und auch ansonsten viel bewege.
Es geht aber viel mehr darum, dieses zufriedene Sattsein auch auszuhalten lernen. Das, was "normale" Menschen angenehm empfinden, ist für Jemanden wie mich bedrohlich, weilc ich nicht mehr aktionsbereit bin und dünnhäutiger ggü meiner Umwelt - insbesondere ggü einem trotzenden Jungen. Für eine allein Erziehende Mutter, die alle Zügel in der Hand alleine hält, ist es beinahe eine Farce zu sagen, man solle den Genuß wieder neu lernen. Ich weiß, das klingt hart und dass ich es natürlich wieder lernen sollte - aber irgendwann bekomme ich immer wieder von anderer Warte eine abgewatscht, wenn ich nicht kontrolliert und wach bin.

Naja, ein komplexes Thema, das mich noch lange begleiten wird.
Danke aber für die ERklärung, dass der Körper lange braucht, um sich umzustellen und dass man ihm die CHance geben sollte.Und ja, mehr Energie ist da. Aber diese zu kanalisieren ist ja meist das Problem - gerade für Jemanden, der die Mittelwege nicht kennt.
Uns hilft momentan, Fahrradtouren in die Umgebung zu unternehmen. Das tut nicht nur meinem Körper, sondern vor allem meiner Seele gut. Und die ist mir in dieser brisanten Phase, in der sich nicht nur das rauchfrei sein geändert hat, endlich wieder wichtig. Und nicht nur die gehetzte Pflichterfüllung in DIngen Bewegung und Ernährung, um ja nicht rauchen zu müssen.

Der langfristige Erfolg liegt doch darin, wieder freudige und genußvolle Momente zu erleben.
Dabei beißt sich die Katze bei mir in den SChwanz. Denn der Genuß - auch wenn ich denke, ihn mir nicht leisten zu können - ist vermutlich der direkte WEg zu Bereichen meiner Seele, die so lange verdunkelt waren. Genuß lernen ohne Fallnetz - ich weiß nicht wie ich das machen soll?

Heute habe ich zumindest doch etwas genossen. Als wir endlich an der Burg angekommen sind und ihc mit dem Campingkocher wieder Kartoffeln und Würstchen gekocht habe. Beim letzten Mal, habe ich mich noch nicht zum Genuß so einer einfachen Mahlzeit mit meinem Sohn zusammen geschlossen, weil er mal wieder renitent bei der NAhrungsaufnahme war. Bei der Vorgeschichte der Mutter, kein Wunder, was mir oft schlechtes Gewissen macht.
Heute habe ich ruhig auf das obligatorische GEmotze reagieren können mit dem Blick in die bewaldeten Berge und wir hatten seid langem eine beinahe streßfreie Mahlzeit miteinander.

Oh Gott, ich weiß nicht, wie das auf andere wirkt, wenn sie das lesen.
ICh spüre nur, dass für mich seid fünf Jahren jeder Tag ein einziger Kraftakt ist und dass ich eigentlich Niemandem begreiflich machen kann, wie sehr ich mich in Not fühle.
Aber das ist ein Dauaerzustand, der meist nur mit den klassischen Plattitüden à la "Heutzutage..." abgetan wird. Genährt mit Verständnis fühle ich mich damit sicher nicht.

Naja, ich drifte wieder ab. Danke für pragamtische Denkanstöße über Ernährung einer Nichtraucherin. Ich bin ja oft kompliziert - daher helfen mir simple Dinge sehr.

Gruß
Maria

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Der von der Eva
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Re: Sokrates SChritte in die Freiheit

#30

Beitrag von Der von der Eva » Montag 19. September 2016, 17:57

Maria,

Originell, wie ich rationale Männlichkeit vorgehalten kriege, ich kriege beides nicht allzu oft vorgehalten. :hehe
Zumal die verkopftere Person von uns beiden scheinst mir schon Du zu sein. Lies doch bitte Deine eigenen Beiträge aus einer zeitlichen Distanz noch mal durch: Du sezierst fein säuberlich alles mit dem verbalen Besteck der Rationalität, sperrst jede emotionale Beobachtung in eine beschriftete Tupperdose und stellst sie an ihren Platz. Freilich, gefühlt und erfahren hast sie dann nicht, aber Du weisst, Du könntest, weil Du ja weisst, wo die Tupperdose steht.
Und dann beschwerst Dich, Du weisst nicht wie man diese dämliche Dose aufkriegt. So kommt das in Summe bei mir an.

Es passt für mich auch perfekt ins Bild, daß Dir der Umgang mit unseren Smileys nicht so recht unter die Nase will, weil viele hier damit etwas Emotionales zum Ausdruck bringen, wozu ihnen momentan die Worte fehlen. :lach4
Versteh mich nicht falsch, niemand hier muß die Dinger verwenden, und einige tun das einfach nicht. Aber Du hast Dich glaube ich mehrmals skeptisch dazu geäußert, das fiel mir auf.

Und dann plötzlich, dann blitzt ein Fortschritt auf. In Form des magischen Erlebnis einer einfachen auf einem Campingkocher zubereiteten Mahlzeit, die man sich genussvoll und hemmungslos reinzieht. :Locke
Klar, sofort danach muß es ganz schnell verkopft und eingetuppert werden. :sehzu
Aber im Prinzip ist es das doch. Schau mal, beim Rauchen waren wir doch hemmungslos, und wir wollten doch nur das Rauchen weiter bringen, nicht das Hemmungslose, oder? Für das sollte Dir was einfallen, denk ich mal.
sokrates hat geschrieben:Genuß lernen ohne Fallnetz - ich weiß nicht wie ich das machen soll?
Na genau so! Ohne Fallnetz, das ist es ja. Fallnetz ist die Ratio, das verplante, sichere. Und der Genuß eben nicht, der ist pute Emotion. Beides brauchts in Summe, aber immer nur auf einer Backe dahinrodeln, ist unbefriedigend. Denk ich halt.

Alles Liebe,
Robert
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