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Über das Aufhören

Verfasst: Montag 17. Dezember 2018, 22:02
von Sans Tabac
Hmtja, wo fange ich an ? Am besten, wo ich dem Tabak anheim gefallen bin.

Meine Wenigkeit war 17, als die Qualmerei zum Dauerzustand wurde.
Einen auf erwachsen und cool machen, allerdings nicht durch Gruppendruck.
Vielmehr hat meine Umgebung mehrheitlich geraucht, ist klar das man selber irgendwann auf diesen Zug aufspringt.

Anfangs hatte es mir weder gesundheitlich noch finanziell was ausgemacht.
Was sich aber recht bald ändern sollte. Beruflich aus der Bahn geflogen, war auch weniger Kohle da.
So kam es dann, das ich sogar aufs Essen verzichtete, ich war zum Vollsuchti geworden. Na toll.

Anfang der 2000er machte sich ein Raucherbein bemerkbar. Aber Aufhören war nicht.
Bis ich 2014 operiert wurde. Das Bein ist zwar noch dran, aber die Qualmerei verhinderte die Heilung.
In diese Zeit fiel der erste erfolgreiche Aufhörversuch. Habs einfach passieren lassen.
Immerhin 3 Monate ohne die sonst üblichen Begleiterscheinungen, kein Schmacht, kein Leeregefühl.

Und was mach ich blöder Hund ? Genau. Eine geraucht, und ich steckte wieder in dem Trott.
Bis mir ein Kollege vom elektrischen Dampfen erzählte.
Von einem Tag zum anderen umgestellt, bei sich schnell verbessernder Gesundheit.
Das Bein ist verheilt, ich dampfe überwiegend Nikotinfrei und kann es mir nicht mehr vorstellen zu rauchen.

Geht es auch ohne Dampfe ? Nach so langer Zeit ja. Hab sie zwar in der Tasche, aber unterwegs
nuckel ich nicht viel daran. Auch Akkus vergessen oder Tank alle sind kein Weltuntergang.

Re: Über das Aufhören

Verfasst: Montag 17. Dezember 2018, 23:18
von Sans Tabac
Was wäre der "richtige Zeitpunkt" zum Aufhören ?
Beobachtet euch selbst. Es gibt Phasen, wo man vom Rauchen einfach nichts mehr wissen will.
Grade langjährigen Rauchern stinkt es, schmeckt es nicht, usw. Hier kann man es mit dem Ausstieg versuchen.

Natürlich macht sich die Sucht bemerkbar. Ein Hobby, was Konzentration benötigt, ist hier hilfreich.
Schließlich macht es keinen Spaß, nur eine Hand dafür frei zu haben. Auch der Gedanke daran,
sich endlich auf seine jeweilige Tätigkeit fokussieren zu können, bringt was.
Wenn sich im Hinterkopf festsetzt, wie gut man seinen Kram bewerkstelligt ohne zu rauchen,
fördert es den Ausstieg.

Workout bis zur Ermüdung bringt den Nutzen, das man abends dermaßen müde ist,
das bis zum Schlafen gar nicht mehr die Zeit bleibt, ans Rauchen zu denken.
Sport wäre auch hier ein Weg.

Ablenkung im Alltag
Hat sich jemand Gedanken darum gemacht, was einem entgeht, während des Rauchens ?
Probiert es. Schon auf diese Art verdrängt es den Gedanken an die Kippe.

Re: Über das Aufhören

Verfasst: Dienstag 18. Dezember 2018, 00:55
von Sans Tabac
Grade wenn man aufhört, weil einem Gestank, Brandlöcher, etc. reichen,
dürfte der ständig präsente Gedanke an die Vorzüge der Tabakfreiheit
den Griff zum Tabak vermeiden helfen.

Kleiner Grinser zum Schluß:
Nach 3 Jahren Tabakfreiheit kam mir die Tonspur von Allen Carrs Nichtraucher in 5 Stunden
in die Finger. Ausgerechnet beim Durchhören flog ein Zigarettengieper vorbei. Ist schon ein Ding.

Gut, der Artikel besteht zwischenzeitlich aus 3 Beiträgen, damit will ich es auch erstmal
gut sein lassen. Alles stammt aus eigener Ansicht, einiges dürfte auch zur Anwendung
mit anderen Rauchstopp-Methoden taugen.

Teils hätte ich mir die Info zu früheren Rauchstopversuchen gewünscht.

Re: Über das Aufhören

Verfasst: Mittwoch 19. Dezember 2018, 14:45
von Nisnis
Hallo Sans Tabac,

schön dich zu lesen. Ja drei Jahre keinen Tabac ist super :hihix

Hieper kommen auch noch nach 7 Jahren, ist aber gleich wieder weg.



Hab noch einen tollen Tag


LG nisnis

Re: Über das Aufhören

Verfasst: Donnerstag 20. Dezember 2018, 16:28
von Sans Tabac
Ganz lieben Dank. Bislang konnte ich glücklicherweise widerstehen.

Über den Umstieg

Verfasst: Samstag 22. Dezember 2018, 23:06
von Sans Tabac
Habe lange gegrübelt, ob ich diesen Artikel ins Tagebuch schreibe.
Aber ich machs einfach mal.

Oft lese ich von Umsteigern zur Dampfe, das sie schon sagen, es wäre nichts wegen des Hustens.
Dieser Husten ist nichts Ungewöhnliches, die Meisten husten bei den ersten Zügen.
Der Körper kennt sicherlich Disconebel (was anderes ist der Dampf hier auch nicht),
allerdings sind selbst kleine Dampfgeräte stärker, als wenn man auf einer völlig zugenebelten Tanzfläche steht.

Grund zur Beunruhigung ist es nicht. Bei Ungewohntem macht der Körper Alarm.
Nach einigen Zügen ist das Thema oft positiv durch. Ein weiterer Punkt ist der Geschmack.
Die Trägerstoffe haben so etwas, wie eine Eigensüße. Diese fällt nach einer Zeit nicht mehr groß auf.
Fertige Flüssigkeiten enthalten öfter auch viel zu viel Aroma. Das ist darin begründet, das
die Flüssigkeit sofort dampfbar sein soll. Dieses viele Aroma erzeugt mitunter Halskratzen,
etwas PG (Propylenglycol) oder VG (pflanzliches Glycerin) dazumischen bringt Besserung.

Zu bemerken wäre hier noch, das man viel trinken sollte, da die Trägerflüssigkeiten
Wasser anziehend sind. Bei pappigem Gefühl im Mund, am besten was trinken,
ist auch dem Geschmack recht zuträglich.

Tritt Husten zu einer späteren Zeit auf, reinigen sich die Atemwege.
Mit der Zeit werden die Flimmerhärchen in der Luftröhre wieder aktiv und tragen den Teer und anderen Dreck ab.

Mir kam hier noch irgendwo die Aussage quer, der "Kick" wäre zu schwach.
Dafür gibt es zwei Lösungen. Die eine ist mehr Nikotin, die andere wäre etwas mehr Leistung,
so die Dampfe einstellbar ist. Da kann man sich "von unten" rantasten. Heißt, mit kleinerer Leistung
anfangen und sich dann bis es schmeckt hochtasten.

Eine Frage steht noch zur Auswahl der ersten Dampfe.
Zunächst sollte sie nicht nur gefallen, wichtig wäre auch die Frage, ob direkt auf Lunge
gezogen werden, oder das Zugverhalten möglichst dicht an der Zigarette liegen soll.

Re: Über das Aufhören

Verfasst: Dienstag 25. Dezember 2018, 15:31
von Nisnis
Danke für deinen tollen Beitrag

Liebe Grüße nisnis

Etwas über die Tabaksucht

Verfasst: Sonntag 30. Dezember 2018, 17:50
von Sans Tabac
In diesem Artikel geht es um eine Betrachtung der Tabaksucht.

Im Gegensatz zu anderen Süchten, handelt es sich nicht nur um einen Stoff nach dem der Körper verlangt,
sondern um einige mehr, die obendrein noch wechselwirken. Das nehm' ich mal im Groben auseinander.

Das Nikotin
Die Meinung, das Nikotin (als Reinsubstanz) süchtig macht, ist mittlerweile widerlegt.
Vielmehr gibt es eine Reihe weiterer Stoffe, die in Verbindung mit Nikotin eine Sucht erzeugen.
Die Rolle des Nikotins ist hierbei jedoch strittig.

Die MAO-Hemmer
Eine Chemikaliengruppe, die zur Herstellung von Anti-Depressiva verwendet wird.
Ob nun von den Tabakfirmen zugepanscht, oder von Natur aus im Tabak enthalten,
hier besteht eher Suchtgefahr. Durch das Fehlen dieses Stoffs entsteht auch das
Leeregefühl beim Rauchstop, müssen sich in extremen Fällen Rauchstopper das Zeug
wegen Depressionen vom Arzt verschreiben lassen.

Das Kohlenmonoxyd
Ein Gas, was bei unvollständiger Verbrennung entsteht. Es verhindert den Transport von Sauerstoff im Blut.
In kleinene Dosen fühlt man sich davon (mitunter angenehm) benommen, in höheren Dosen ist es tödlich.

Vom übrigen Krempel fange ich nicht erst an, dieser reichert sich zum Teil im Organismus an, und richtet ihn mit der Zeit zugrunde.
Aber auch jenseits der Chemie gibt es Komponenten einer Tabaksucht.

Hier wäre das Ritual zu nennen.
Im einfachsten Fall Zigarette ins Gesicht, anzünden, ziehen, "Aaaaah".
Das kann (und wird) sich so festfahren, das es zu einer Verhaltensabhängigkeit wird.
Das ist auch der Punkt, der Rauchstoppern die Entwöhnung vermasselt.

Sich mit Fluppe oder was auch immer im Gesicht cool fühlen...
Ja, ich gebs zu, damit fühlte ich mich auch besser. Und auch das macht den Rauchstop schwer.

So weit im ganz Groben. Alles das ausführlicher zu erörtern, würde den Rahmen der
(bzw. meiner) Merkfähigkeit und des Forums sprengen.

Re: Über das Aufhören

Verfasst: Dienstag 1. Januar 2019, 17:08
von Nisnis
Danke, für den tollen Bericht

LG nisnis :bumm22

Re: Über das Aufhören

Verfasst: Donnerstag 3. Januar 2019, 11:23
von Sans Tabac
Büddebüdde :nick

Einige Betrachtungen zu Entwöhnungsmitteln &Co.

Verfasst: Donnerstag 10. Januar 2019, 17:39
von Sans Tabac
In diesem Artikel möchte ich einige Betrachtungen zu Entwöhnungsmitteln &Co. anstellen.

Eins vorweg: Meinen größten Respekt haben die Rauchstopper, die ohne irgendwelche
Hilfsmittel vom Tabak wegkommen und es schaffen, dabei zu bleiben. :nick
Nur alle schaffen es halt nicht, und so stehn einige Hilfsmittelchen zur Verfügung.

Aber was taugen die ? Na schauen wir mal.

Nikotinpflaster
Grundsätzlich ist dies nichts weiter, als ein mit starker Nikotinlösung getränkter Verbandsstoff.
Ist -wenn überhaupt- mehr für Wenigraucher geeignet, da das Nikotin nur extrem langsam
über die Haut aufgenommen wird. Nikotin ist außerdem stark basisch, was bei längerer Berührung
mit der Haut (eben durch Pflaster) oft zu unschönen Hautreizungen führt.

Nikotinsprays und -kaugummis
Wie auch beim Rauchen wird Nikotin großteils über die Mund- und Rachenschleimhaut aufgenommen.
Von daher sind diese Mittel durchaus verwendbar, den ersten Gieper zu lindern.
Da diese Mittel aber nicht mal halbwegs genau zu dosieren sind, besteht Gefahr der Überdosis.
Nikotinüberdosis äußert sich generell in Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit.
Im weiteren Fortgang kommen Erbrechen und/oder Durchfall hinzu.
Spätestens hier sollte die Zuführung von Nikotin beendet werden.

Anti-Raucherpillen
Ein befreundeter Apotheker ließ mich die Beipackzettel von Champix &Co. lesen.
Die Nebenwirkungen davon wären Schlafstörungen, Alpträume, Selbstmordgedanken,
Agressivität, Nervenschäden, usw. Dieser Krempel schadet also am Ende wesentlich mehr, als es nützt.
Tut euch selber den Gefallen, und lasst die Finger davon.

Motivationstrainer, Hypnose, usw.
Beim Herumlesen in benachbarten Tagebüchern kam mir sinngemäß dieser Satz quer:
"Ich lese (nochmal) Allen Carr und höre dann auf."

Ganz ehrlich, der Satz ließ mich erstmal ratlos dasitzen. Erst bei tieferem Nachdenken
kam es mir in den Sinn, das hier jemand denkt, die Lektüre wäre sowas wie Wundertropfen
die man einnimmt, und *KLACK* hätte sich die Tabaksucht erledigt.
Dem ist leider nicht so.

Mit innerer Einstellung hat Rauchstop zwar zu tun, aber diese Einstellung kommt nicht
von außen, sondern aus eigener Einsicht und dem daraus folgenden Willen etwas zu ändern.
Einen Willen kann man nicht mittels Texten, Vorträgen oder Hörbüchern erzeugen.
Das muß schon von einem selber kommen.
Dieser Punkt ist auch wichtig für das Durchhaltevermögen. :nick

Obendrein wird in den Vorträgen (die mir bekannt sind) auf den Wissensstand aus den 80'ern
zurückgegriffen, gern auch mit Unfug vermischt. Will ich in diesem Rahmen aber nicht weiter auswalzen.

Negativ fallen mir bei Carr, Frädrich &Co. Sprüche auf, wo die Meinung vertreten wird,
sie hätten den Stein der Weisen gefunden. Das macht solche Leute unglaubwürdig. Achtet mal drauf.

Hypnose ist ein von außen herbeigeführter, geistiger Zustand. Dieser hält nur zeitlich begrenzt.
Schon von daher betrachte ich Hypnose zur Rauchentwöhnung skeptisch.

Das elektrische Dampfen
Die Grundidee war, Nikotin zu sich nehmen zu können ohne den ganzen anderen Giftkram.
Dies funktioniert auch, selbst das Ritual bleibt erhalten. Das erleichtert auch einen Rauchstop,
da andere, die Sucht begünstigenden Stoffe nicht mehr vorhanden sind.

Nikotin kann man ausschleichen, bzw. steigen einige gleich auf nikotinfreies Dampfen um.
Ob nun mit oder ohne Nikotin, das muß jeder am Ende herausfinden.
Eine der wichtigsten Komponenten einer Tabaksucht ist schließlich
das Ritual des "Nuckelns" und Wolken machens. Wer auch daraus aussteigen möchte,
kann es problemlos tun.

Noch schnell was zu Dampfen und Nikotin aus eigener Ansicht.
Scheinbar hatte ich nach dem Umstieg eine Nikotin-unverträglichkeit entwickelt.
Wenn Symptome einer Überdosis auftraten, hatte ich reduziert und es fehlte am Ende nichts.

Re: Über das Aufhören

Verfasst: Dienstag 15. Januar 2019, 14:27
von Higgins
Ich fasse mich mal kurz: :post.gif

Re: Über das Aufhören

Verfasst: Mittwoch 16. Januar 2019, 00:23
von Sans Tabac
Danköööö ! Manchmal staune ich selber, was mit der Zeit zu Papier oder Bildschirm kommt,
wenn man sich die Zeit für ein paar Gedanken nimmt. :nick